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E-Commerce als Krisengewinner – Kaufen wir jetzt nur noch online?

Der Coronavirus hat Deutschland und die Welt fest im Griff und Arbeits- und Wirtschaftswelt innerhalb weniger Wochen auf den Kopf gedreht.

Als E-Commerce Dienstleister betrachtet man die wirtschaftliche Entwicklung aus einem besonderen Blickwinkel. Während für produzierende Unternehmen oder Ladengeschäfte die Auswirkungen unmittelbar und klar negativ spürbar sind, ist bei uns erstmal der Arbeitsbetrieb weiter unkompliziert möglich.

Dank der E-Commerce Ausrichtung laufen auch unsere meisten Kundenprojekte unverändert weiter. Vielerorts wird gar der E-Commerce zum großen Gewinner ausgerufen. Wenn die Leute nicht mehr rauskönnen oder wollen, bestellen Sie online. Das wird dem E-Commerce noch stärkere Wachstumsraten bescheren. Doch ist das wirklich so einfach?

Was können wir bisher anhand unserer Kunden und Kontakte beobachten:

  • Viele Online Pure Player verkaufen derzeit ohne große Veränderungen weiter. Bei einigen Shops sehen wir klare Zuwächse seit Ausbruch der Krise, bspw. in den Themen Baumarkt/Garten, Home & Living, Kinderspielzeug. Die Fokussierung auf eine Nische und etablierte Prozesse ermöglichen es den Pure Playern hier nun kurzfristig stark zu profitieren. Bei einigen Pure Playern sehen wir aber auch Rückgänge bspw. aufgrund deren Nische oder auch Problemen in der Lieferkette. Das Gros der Kunden in diesem Segment findet sich noch im “business as usual” wieder, mit kleineren Ab/Aufschlägen (+/- 10%).
  • Händler, die online nur einen Teil ihres Umsatzes erwirtschaften, erleben kurzfristig natürlich eine starke Verlagerung von ihren Offline- zu den Online-Kanälen. Allerdings kann dieser meist noch nicht den weggefallenen Umsatz kompensieren. Dennoch erwarten wir hier zukünftig einen höheren Stellenwert des Online Business.
  • Hersteller spüren natürlich den Wegfall des Handels als Distribution. Hier sehen wir v.a. Hersteller als Gewinner, die sich in den letzten Jahren bereits einen starken Online Vertriebskanal aufgebaut haben und nun mit etablierten Prozessen Kunden adäquat bedienen können. Ebenso ist hier aber der Regelfall, dass die wegfallenden Umsätze aus dem Handel nicht komplett nach online wandern.

Wo geht die Reise im E-Commerce hin?

Das kann momentan natürlich niemand sagen. Keiner weiß, wie lange die Maßnahmen noch andauern und wie die Pandemie verlaufen wird. Das wird zentral für die wirtschaftlichen Folgen sein. Wenn die Kaufkraft sinkt, werden auch die oben genannten Gewinnershops oder Pure Player Rückgänge verzeichnen.

Langfristig sind sich aber alle sicher: Digitale Angebote und vor allem digitale Verkaufsangebote werden durch die momentane Situation deutlich mehr Akzeptanz erfahren. Das wird die Zielgruppe nochmal erweitern. Menschen werden Einkaufserlebnisse schätzen lernen, die sie nicht in eine überfüllte Shopping Mall führen. Bisher zögerliche Hersteller oder Händler werden den Vorteil des E-Commerce als Absatzkanal zu schätzen lernen und hier aktiver werden.

Auf konkrete Wachstumsprognosen für die kommenden zwei bis drei Jahre würde ich mich derzeit nicht einlassen, da die wirtschaftlichen Entwicklungen noch nicht abzusehen sind. Über diesen Zeitraum hinaus bin ich mir aber sicher, dass die bisherigen Aussagen für den E-Commerce nochmal übertroffen werden.

Für uns als Dienstleister auf jeden Fall eine sehr herausfordernde, aber auch spannende Zeit. Wir helfen unseren Kunden, ihre digitalen Verkaufskanäle noch weiter zu stärken und vor allem für langfristige Zukunft auf größere Absatzmengen einzustellen. Dazu gehört ein performanter Online Shop ebenso wie die Prozesse rund um Produktdatenmanagement und Schnittstellen zu Bestandssystemen. Die derzeitige Ausnahmesituation wird nicht für alle Zeit anhalten. Aber sie wird als Katalysator für digitale Verkäufe dienen.

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