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Probefahrt im Tesla – 3,3 Sek. von 0 auf 100 sind keine Übertreibung

Außenansicht des Tesla S P90D

Es gehört sicherlich zu den spannenden Aufgaben in meinem Job, dass ich viele Einblicke in die verschiedensten Dinge im Onlinehandel bekomme und ich die Chance habe, meine Erfahrungen und meine Sicht der Dinge im Blog niederzuschreiben. So auch bei dieser Geschichte, die jetzt erst einmal wenig mit E-Commerce zu tun hat. Für Flagbit ergab sich neulich die Möglichkeit, eine Probefahrt mit dem Tesla S P90D zu machen und ich konnte live miterleben, wie viel Power und technische Raffinesse in diesem Auto steckt. Von wegen Elektroautos könnten keine größere Distanzen zurücklegen, hätten weniger Luxus oder wären technisch nicht so weit wie „herkömmliche“ Autos. Diese Klischees lassen sich für den Tesla definitiv nicht bestätigen.

Elektroautos gibt es ja mittlerweile einige auf dem Markt und warum auch immer, vielen davon sieht man es auch an, dass Sie einen Elektromotor haben. Und das ist jetzt nicht als Kompliment zu verstehen. Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten, aber mir muten viele dieser Vertreter zu futuristisch und zu „abgespact“ an. Warum man sich derart von Benzin- und Dieselmotoren abgrenzen möchte, bleibt mir dabei noch ein Rätsel. Tesla hat da einen anderen Weg gewählt und das gemacht, was man von einem Premiumhersteller erwartet und ein sportlich elegantes Fahrzeug gebaut, dessen Design ein Statement dafür setzt, einfach „nur“ ein „geiles“ Auto zu sein.

Kostenlos aufladen mit dem Supercharger

Da Tesla keine eigenen Autohäuser betreibt, wurde ein Termin mit dem Vertreter direkt vereinbart. Man trifft sich wohl überlicherweise in gehobenen Hotels, da diese auf dem Parkplatz mit Ladestationen für Elektroautos ausgestattet sind. Das hat zum einen der Vorteil, dass der Vertreter das Auto gleich wieder an den Strom hängen kann und zum anderen, dass man dem Kunden zeigen kann, wie einfach der Ladevorgang ist. Um die Batterie des 90 kWh Motors komplett aufzuladen, müsste man mit ungefähr 6-7 Stunden rechnen. Also einmal über Nacht anhängen und voll machen. Dafür würde man dann auf eine Reichweite von 505 Km kommen, allerdings nur bei gemäßigter Fahrweise. Noch schneller geht das Laden mit dem sogenannten Supercharger, der für alle Teslafahrer kostenlos ist. 40 Minuten dauert der Vorgang an diesen Supersteckdosen, die an verschiedenen Stellen im Land verteilt sind und welche das Auto immer auf dem Schirm hat. Angezeigt wird dieses Versorgungsnetz dann auf dem großen Screen in der Mittelkonsole. Über die Ästhetik der Integration im Cockpit lässt sich wiederum streiten. Kurz gesagt: der Screen mutet wie ein überdimensionales Smartphone an, das man fest in das Auto eingebaut hat. Vielleicht ist es auch nur ungewohnt, wenn man es bisher in der Form nicht gesehen oder benutzt hat. Es ist jedenfalls extrem praktisch für den Fahrer.

Tesla verjüngt sich quasi über Nacht

IMG_4211Auch der Innenraum des Teslas ist sportlich elegant konzipiert und vor allem auf nahtlose User Experience ausgelegt. Unnötige Knöpfe lassen sich hier definitiv nicht finden. Nahezu alles wird über den Touchscreen gesteuert. Egal ob Fahrwerkseinstellungen wie dem Sport- oder dem Ludicrous-Mode, der Zuschaltung der Front- oder Heckkamera beim Fahren oder der Bedienung des Navigation mit Google Maps etc. Mit einer SIM-Karte wird der Touchscreen mit Internet inklusive Roaming versorgt: Damit lässt sich jederzeit auch während der Fahrt im Internet surfen, sein geschenktes Spotify-Abo nutzen oder die aktuelle Verbrauchsstatistik abrufen. Der Preis von über 130.000 Euro hat es natürlich in sich und ist nichts für jeden Geldbeutel. Da kann man den Kunden durchaus ein Spotify-Abo spendieren. Auf der anderen Seite spart der Tesla auch einiges an Energie im Vergleich zu Autos der gleichen Kategorie mit Benzin- oder Dieselmotoren. Damit lässt sich ein solcher Preis dann natürlich eher rechtfertigen. Zum meiner Meinung nach besten Feature von Tesla habe ich bisher noch nichts gesagt. Das sind die Softwareupdates, die über Nacht auf das Auto gespielt werden. Damit sind nicht nur die Programme immer auf dem aktuellsten Stand, es kann auch vorkommen, dass man am nächsten Morgen plötzlich neue Funktionen zur Verfügung hat. Und das sind keine Kleinigkeiten. So wurden durch solche Updates schon Funktionen wie ein Standgas zum sanften Anfahren am Berg nachträglich auf die Autos übertragen.

Die Beschleunigung wie in einer Achterbahn

Das Highlight des Tesla 6 P90D ist aber ohne Zweifel die irrwitzige Beschleunigung, die ich in der Form noch nicht erlebt habe. Es kam etwas unvermittelt, als wir uns eine freie Strecke gesucht hatten und der Teslavertreter zu meinem Kollegen meinte, er soll doch jetzt einmal Vollgas geben bzw. auf das Pedal treten. Wie eine Achterbahn katapultiert dich dieses Geschoss in 3,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Mein Kopf flog zurück in die Kopfstütze und ich klebte regelrecht am Rücksitz fest. Ludicrous eben! Wahnsinn, wie der Tesla seine Power auf die vier Räder überträgt! Es ließe sich noch einiges mehr über den Tesla berichten, ich möchte hier aber nur noch auf den Autopiloten zu sprechen kommen. Bis zu einer Geschwindigkeit von 150 km/h lässt sich dieser zuschalten. Er erkennt nicht nur die Art der Fahrzeuge in seiner Umgebung, dank dem Zusammenspiel der diversen Kameras, Entfernungssensoren und GPS korrigiert der Autopilot die Fahrspur, kontrolliert den Abstand und kann selbständig ausscheren und überholen. Und auch das Einparken kann man der Software überlassen, dafür muss aber genügend Platz vorhanden sein, sonst beschwert sich das Auto, dass es zu eng sei. Das mussten wir einmal feststellen. Findet man den richtigen Platz, kann man sich allerdings getrost zurücklehnen (siehe Video).

Abschließend…

Tesla widerlegt mit seinem Modell S P90D die gängigen Klischees, die sich immer noch gegenüber Elektroautos halten. Von rückständiger Technik kann wohl absolut nicht die Rede sein, die etablierten Premiummarken sollte sich Tesla dagegen eher als Vorbild nehmen, wenn es um User Experience geht. Das System ist mehr oder weniger selbsterklärend und punktet mit den kostenlosen und regelmäßigen Softwareupdates. Um jetzt noch die Brücke zum E-Commerce zu schlagen: auf www.teslamotors.com lassen sich die Autos auch sehr unkompliziert konfigurieren. Auch hier hält man sich an das Prinzip einer einfachen User Experience, um den Kunden nicht zu überfordern.

(Titelbildquelle: Teddy Leung/Shutterstock)

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