Composable Commerce: Vorteile von Best-of-Breed gegenüber All-in-One-Suite 

von | Mai 5, 2022 | Allgemein, E-Commerce Branche, Technologie | 0 Kommentare

Best-of-Breed-Ansatz oder All-in-One-Suite? In allen Bereichen des E-Commerce gibt es steigende und speziellere Anforderungen. Dementsprechend gibt es immer spezialisiertere Tools, die gezielt Aufgabenbereiche, teilweise sogar branchenspezifisch, abdecken. Dem gegenüber stehen Suiten, die möglichst viele Bereiche abdecken möchten. Wir zeigen, welche Vorteile der Best-of-Breed-Ansatz oder auch Composable Commerce gegenüber den All-in-One-Suiten hat. 

Prinzipiell haben beide Ansätze ihre Daseinsberechtigung. Zwar werden All-in-One-Lösungen oft als Monolithen verunglimpft, doch für Unternehmen mit geringen Anforderungen oder Konzerne mit genug Ressourcen und langen Entscheidungsprozessen kann eine einheitliche Suite durchaus sinnvoll sein. Composable Commerce sollte außerdem mit Augenmaß betrieben werden. Wer beispielsweise nur wenige Produkte in seinem Shop führt, der wird nicht zwingend ein eigenständiges PIM benötigen. 

Begriffsklärung: Was denn nun? Headless Commerce, Composable Commerce oder Best-of-Breed? Tatsächlich meinen alle drei Begriffe mehr oder weniger das Gleiche. Wobei sich Best-of-Breed nicht nur auf den E-Commerce bezieht und Headless Commerce insbesondere die Trennung von Back- und Frontend meint. Hier verwenden wir die Worte als Synonyme. 

Vorteile von Composable Commerce 

Die Vorteile des Best-of-Breed-Ansatzes sind unter anderem folgende: 

  • Bestmögliches Tool 
    Es liegt auf der Hand, wenn ein System nur für einen Einsatzzweck entwickelt wurde, dann wird es diese Aufgabe auch besonders gut erfüllen können. Schließlich wurde es von Experten für Experten entwickelt.

  • Austauschbarkeit einzelner Systeme 
    Wenn sich Anforderungen ändern, benötigt es andere Lösungen. In einer vielfältigen Systemlandschaft, muss dazu nur ein einzelnes System ausgetauscht werden. Das ist weniger komplex, als eine Suite weiter anzupassen oder gar auszutauschen. 

  • Updatefähigkeit 
    Alle Systeme erhalten von Zeit zu Zeit Updates. Diese sind nicht immer einfach durchzuführen und kosten Zeit und Nerven. Bei einem Monolithen birgt sich dort ein enormes Risiko, denn je komplexer ein System, desto schwieriger sind die Updates durchzuführen. Daher sind Einzelsysteme mit begrenzter Komplexität hier im Vorteil. 

  • Performance 
    Komplexität hat nicht nur Auswirkung auf die Updates, sondern oft auch auf die Performance. Schlanke Systeme können deutlich schneller sein.  

  • Anpassungsfähigkeit 
    Zusätzlich zu herstellerseitigen Updates, besteht bei speziellen Tools oft die Möglichkeit selbst Anpassungen vorzunehmen. Das geht deutlich einfacher, da weniger Abhängigkeiten bestehen. 

  • Ausfallsicherheit 
    Bei jedem System kann es zu Ausfällen kommen. Geschieht dies bei einer Suite, geht nichts mehr weiter, alle Prozesse sind betroffen. Anders sieht es aus, wenn es nur ein Expertentool betrifft. Hier fällt oft nur ein kleiner Teil aus. Auch geplante Downtimes sind so besser zu koordinieren. 

  • Sicherheit 
    Wenn die Systeme voneinander getrennt sind, erhalten Mitarbeiter oder Externe auch nur dafür Zugang, wofür sie ihn benötigen. Verwendet man z.B. ein PIM, so muss niemand in das Warenwirtschaftssystem oder den Shop, um Produktdaten zu pflegen.  

  • Onboarding 
    Mitarbeiter, die mit einem schlanken Tool arbeiten, das für ihre Aufgaben konzipiert wurde, finden sich dort schneller zurecht als in einer großen Suite. Das spart Kosten bei der Einarbeitung. 

  • Weniger Stakeholder 
    Die Komplexität sinkt auch intern, wenn die nächsten Ausbaustufen klar sind und nicht mit anderen Abteilungen abgestimmt werden müssen. 

  • Kosten 
    Da man nur die Tools bezahlt, die man auch benutzt, hat man hier eventuell Vorteile gegenüber einer großen Suite. 
Akeneo Whitepaper Teaser

Datenintegration 

Die größten Bedenken, die Shopbetreiber bei Composable Commerce haben, sind oft die Schnittstellen. Je nach Anzahl der Systeme lohnt sich hier der Einsatz eines ESB (Enterprise Service Bus) bzw. einer Middleware. So werden die Daten zuverlässig immer dort bereitgestellt, wo und wann sie benötigt werden.

Dabei ist es wichtig, solche Systeme zu wählen, die einen API-First-Ansatz verfolgen. Als mustergültige Beispiele sind hier Shopware bei den Shoplösungen oder Akeneo bei den PIM-Systemen zu nennen. Hier ist es sehr einfach möglich alle Bereiche innerhalb des Systems per Schnittstelle anzusprechen. 

Neben ERP/WaWi und Shop gibt es unzählige Systeme, die man sich näher anschauen kann. Für uns haben sich vor allem drei größere Systeme herauskristallisiert: 

  • CRM (z.B. Hubspot) 
  • BI-Tool (z.B. Power BI) 
  • PIM (z.B. Akeneo)  

Weitere mögliche Tools wären: 

  • Frontend (z.B. Vue Storefront, React) 
  • CMS (z.B. Contentful) 
  • Suche (z.B. Algolia, Fact-Finder) 
  • Newsletter (z.B. Inxmail, Klaviyo) 
  • Marktplatzintegrationen (z.B. Tradebyte, Channelpilot) 
  • Payment (z.B. Adyen, Mollie) 
  • und viele mehr… 

Fazit 

Ob man es nun Headless, Composable Commerce oder Best of Breed nennt. Es geht immer darum, die besten und spezialisiertesten Tools zum Einsatz zu bringen. Das bringt neben ein paar Nachteilen sehr viele Vorteile mit sich. Das fängt bereits bei der Wahl des richtigen Shopsystems an. Setzen Sie hier auf Lösungen mit einem API-First-Ansatz wie Shopware.  

Im Bereich der Produktdaten stellt sich die Frage nach einem PIM immer wieder. Die Entscheidung richtet sich hier vor allem nach Anzahl der Produkte und Kategorien, Komplexität und Aufwände in der Datenanreicherung, Anzahl der Verkaufskanäle, Grad der Internationalisierung und Einbindung Externer.

Wir sind diesem Thema übrigens gemeinsam mit Akeneo in einem Webinar nachgegangen.
Viel Spaß beim Ansehen: 

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